Dialoggruppe 8: “Den Dialog hinter Gittern fortführen.”

Wir möchten selber aktiv werden und zwar unter dem Motto: „Gegen die soziale Kälte!“ Bereits bei unserem ersten Zusammentreffen hat sich herauskristallisiert, dass wir alle das Gefühl haben, dass es in unserer Gesellschaft viele Gruppen gibt, die ausgegrenzt am Rand der Gesellschaft leben. Wir haben den ersten Schritt gewagt und drei junge Inhaftierte der JVA Siegburg besucht. Unsere Idee war es mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei steht das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt.

Alle Seiten haben diesen Austausch als sehr bereichernd erlebt und nun möchten wir von unseren Erfahrungen berichten und somit Anregungen für ein besseres Miteinander geben.
DG 8 Siegburg 012

Ein Erfahrungsbericht:

Schwarze Schafe. Dieses Bild die ganze Zeit vor Augen, nicht nur vor dem Inneren Auge, sondern auch auf der Kaffeetasse des Gefängnisseelsorgers.

Wortlose Kommunikation, Blicke, Grinsen, gemeinsam Lachen während des Gesprächs. Ohne sich zu kennen – oder vielleicht doch ein bisschen?

Gleichaltrige Begegnung dort, wo sie nie zustande gekommen wäre.

Die Frage nach den Gefühlen der anderen, der Versuch, die kurzgeschorenen Köpfe zu durchdringen, zu verstehen, reinzuschauen, hinter die Stirn zu blicken. Was geht wirklich in dir vor? Wer bist du? Wie warst du „vorher“?

Oberarme wie Baumstämme. Verletzliche Sätze. Emotionen. Kontraste. Ich will dich verstehen. Ich kann dich nicht verstehen. Nicht so, wie du verstehst.

Wir leben nicht nur in verschiedenen Welten, weil du drin bist und ich draußen. Außerhalb dieser Mauern hätten wir uns gegenseitig keines Blickes gewürdigt.

Hinein durch eine Schleuse. Hochschauen. Umschauen. Zurückschauen. Durchatmen.

Eingeengtsein.

Warten.

Tür auf. Tür zu. Schlüsselklappern. Schlüssel klappern.

Sofort der Gedanke an Flucht, weite Felder, Sonnenschein, im Gras liegen, den Wind spüren wollen.

Gefährliche Körperverletzung? Ein netter junger Mann, etwas schüchtern, rehbraune Augen, der von Dankbarkeit seiner Mutter gegenüber und Angst vor Verlorenheit dort draußen spricht, dessen Körpersprache noch viel mehr sagt.

Lässt persönlicher Kontakt mit den „Tätern“ die Straftat in den Hintergrund treten?

Erstaunliche Gelassenheit, lockeres Erzählen. Alles gespielt? Wie sehr müssen diese Menschen es gewohnt sein, immer wachsam zu bleiben. Den Starken zu spielen. Niemandem zu vertrauen.

Hintergründige Machtspielchen, Subkulturen, die man nicht sehen, nicht nachvollziehen, deren Einfluss man nur am eigenen Leib erfahren kann.

Den ganzen Tag nichts zu tun haben. Keine Aufgaben. Keine Kommunikationsmöglichkeit. Isolation.

Alleine essen. Jeden Tag. Jede Woche. Jeden Monat. Routine: Langeweile oder Schutz vor Eigenverantwortung, Halt und Stütze in einem unstrukturierten Leben?

Watte im Kopf. Funktionieren wie eine Maschine.

Wie würde ich reagieren, lernte ich die drei auf der Straße kennen?

Konfrontation mit den eigenen Vorurteilen.

Wie würde es mir ergehen? Würde ich durchdrehen?

Wer würde zu mir stehen?

Gesellschaft in klein. Mikrokosmos. Menschliche Versuchskaninchen?

Nachhaken wollen. Freude vermitteln. Ganz einfach? Was ist schon ein kurzer Brief, einmal im Monat? Was kostet es dich, und was macht es mit dir?

Das Gefühl, mehr wissen zu wollen. Dann wieder auch  nicht.

Dankbarkeit. Dafür, dies gesehen haben zu dürfen. Und dafür, nicht hier bleiben zu müssen.

Wut. Darauf, dass es das gibt. Dass Menschen so „enden“.

Hoffnung. Darauf, dass sie eben nicht so enden.

Zahnpasta an den Wänden, um Poster aufzuhängen. Nichts Schönes, an dem sich das Auge ausruhen könnte.

Was ist Glück? Ist es nicht überall gleich?

Schwarze Schafe. Dieses Bild die ganze Zeit vor Augen, nicht nur vor dem Inneren Auge, sondern auch auf der Kaffeetasse des Gefängnisseelsorgers.

Wortlose Kommunikation, Blicke, Grinsen, gemeinsam Lachen während des Gesprächs. Ohne sich zu kennen – oder vielleicht doch ein bisschen?

Gleichaltrige Begegnung dort, wo sie nie zustande gekommen wäre.

Die Frage nach den Gefühlen der anderen, der Versuch, die kurzgeschorenen Köpfe zu durchdringen, zu verstehen, reinzuschauen, hinter die Stirn zu blicken. Was geht wirklich in dir vor? Wer bist du? Wie warst du „vorher“?

Oberarme wie Baumstämme. Verletzliche Sätze. Emotionen. Kontraste. Ich will dich verstehen. Ich kann dich nicht verstehen. Nicht so, wie du verstehst.

Wir leben nicht nur in verschiedenen Welten, weil du drin bist und ich draußen. Außerhalb dieser Mauern hätten wir uns gegenseitig keines Blickes gewürdigt.

Hinein durch eine Schleuse. Hochschauen. Umschauen. Zurückschauen. Durchatmen.

Eingeengtsein.

Warten.

Tür auf. Tür zu. Schlüsselklappern. Schlüssel klappern.

Sofort der Gedanke an Flucht, weite Felder, Sonnenschein, im Gras liegen, den Wind spüren wollen.

Gefährliche Körperverletzung? Ein netter junger Mann, etwas schüchtern, rehbraune Augen, der von Dankbarkeit seiner Mutter gegenüber und Angst vor Verlorenheit dort draußen spricht, dessen Körpersprache noch viel mehr sagt.

Lässt persönlicher Kontakt mit den „Tätern“ die Straftat in den Hintergrund treten?

Erstaunliche Gelassenheit, lockeres Erzählen. Alles gespielt? Wie sehr müssen diese Menschen es gewohnt sein, immer wachsam zu bleiben. Den Starken zu spielen. Niemandem zu vertrauen.

Hintergründige Machtspielchen, Subkulturen, die man nicht sehen, nicht nachvollziehen, deren Einfluss man nur am eigenen Leib erfahren kann.

Den ganzen Tag nichts zu tun haben. Keine Aufgaben. Keine Kommunikationsmöglichkeit. Isolation.

Alleine essen. Jeden Tag. Jede Woche. Jeden Monat. Routine: Langeweile oder Schutz vor Eigenverantwortung, Halt und Stütze in einem unstrukturierten Leben?

Watte im Kopf. Funktionieren wie eine Maschine.

Wie würde ich reagieren, lernte ich die drei auf der Straße kennen?

Konfrontation mit den eigenen Vorurteilen.

Wie würde es mir ergehen? Würde ich durchdrehen?

Wer würde zu mir stehen?

Gesellschaft in klein. Mikrokosmos. Menschliche Versuchskaninchen?

Nachhaken wollen. Freude vermitteln. Ganz einfach? Was ist schon ein kurzer Brief, einmal im Monat? Was kostet es dich, und was macht es mit dir?

Das Gefühl, mehr wissen zu wollen. Dann wieder auch  nicht.

Dankbarkeit. Dafür, dies gesehen haben zu dürfen. Und dafür, nicht hier bleiben zu müssen.

Wut. Darauf, dass es das gibt. Dass Menschen so „enden“.

Hoffnung. Darauf, dass sie eben nicht so enden.

Zahnpasta an den Wänden, um Poster aufzuhängen. Nichts Schönes, an dem sich das Auge ausruhen könnte.

Was ist Glück? Ist es nicht überall gleich?


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