Dialoggruppe 6: “Flashmobs, Kunst und Theater : Zur Förderung von Integration.”

Immer wieder dasselbe Theater! Diskriminierung, Ausgrenzung, Ablehnung und wo bleibt da die Toleranz und Akzeptanz, die gerade in der Politik und den Medien oftmals lauthals verkündet wird, von denen wir im Alltag allerdings nur wenig mitbekommen?!
Es ist schon etwas bedauernswert, dass wir in unserer Gesellschaft immer wieder dieselben Diskussionen führen müssen, weil manch einer immer noch nicht begriffen hat, dass ein Türke nicht gleich ein Assi, ein Deutscher nicht immer ein Spießer und eine Frau mit Kopftuch nicht immer unterdrückt ist und kulturelle Vielfalt keine Bedrohung ist, sondern eine Bereicherung.
Zumindest hatte unsere bunt gemischte Gruppe, bestehend aus 13 Jugendlichen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Weltanschauungen, keine Probleme mit dieser Vielfalt. Am Ende von drei erlebnisreichen Tagen, stand jedenfalls fest: Wir sind eine Gruppe und wollen gemeinsam etwas ändern! Wir wollen nicht mehr Teil einer anonymen, ignoranten und intoleranten Gesellschaft sein. Alles begann mit der Projektausschreibung des „Jugenddialogs 2020“. „Interessant“ dachte sich der Eine, „Kann man ja mal hingehen.“, dachte sich ein anderer. Auch wenn keiner von uns mit einer konkrete Idee und hohe Erwartungen kam, so fanden wir uns doch alle am 15.01.2010 aus den verschiedensten Städten in der Akademie „Die Wolfsburg“ in Mühlheim ein. Ein erstes Kennenlernen ergab sich während einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen. Verschlossen oder abweisend war dabei keiner von uns, auch wenn der ein oder andere sich erste einmal vortasten musste. Schließlich kannten sich die meisten untereinander noch gar nicht. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einem näheren Kennenlernen, was von unseren Teamern angeleitet wurde, ging es ans Eingemachte: In einer angeregten Diskussionsrunde, bei denen sich unsere Interessen herauskristallisieren sollten, stellten wir fest, dass uns sehr ähnliche Themen beschäftigten, die sich nicht nur auf unseren Alltag beschränkten , sondern auch die Politik und Medien betrafen. So fielen Schlagwörter und Begriffe wie: Ausländerfeindlichkeit, Parallelgesellschaften, Integrationspolitik, Anonymität und Macht der Medien, aber auch Klimawandel, Welthunger und Tierschutz.
Einige von uns waren in ihrem Eifer kaum zu stoppen, sodass wir unsere Diskussionen auch noch beim gemeinsamen Abendessen weiterführten. Am Abend war dann Zeit zum Ausspannen: Ob Tischtennis, ein spannendes Quiz, ein lustiges Ratespiel, bei dem einige von uns ihre Identität noch mal neu definieren mussten- ich verweise dabei unter anderen auf Schwarzenegger, Pippi Langstrumpf und Sarah Conner- , oder einfach nur ein gemütliches Beisammensitzen und sich Austauschen, für jeden war etwas dabei.
Auch wenn unser Gesprächsstoff sicherlich noch für weitere drei Tage ausgereicht hätte, mussten wir uns dann doch so gegen 2 Uhr unsere Müdigkeit eingestehen und gingen etwas widerwillig auf unsere Zimmer.
Denn am nächsten Tag stand die Projektausarbeitung auf dem Programm und die hatte es in sich. Wir hatten es uns zum Ziel gesetzt, unsere Mitmenschen auf die sozialen Missstände aufmerksam zu machen und sie zu einem friedlichen, verständnisvollen Miteinander zu bewegen. Dabei ging es uns ganz besonders darum, vorherrschende Vorurteile abzubauen und durch soziales Engagement Akzeptanz und Toleranz zu fördern. Ideen hatten wir bei so vielen kreativen Köpfen genug. Aber das Ganze musste realistisch bleiben und umsetzbar sein. Und dabei waren Meltem und Philip eine enorme Hilfe, denn sie holten uns immer wieder auf den Boden und gaben uns hilfreiche Tipps, wenn unsere Phantasien ein bisschen mit uns durchgingen.
Nach mehreren Gruppenarbeiten, bei denen wir unsere Ideen immer wieder reflektierten, diskutierten und filterten, kamen wir endlich zu einem Ergebnis: Unser Projekt sollte aus Aktionen bestehen, bei denen wir selbst aktiv werden: Wir wollen auf die Straße gehen und die Menschen erst einmal auf die sozialen Missstände aufmerksam machen. Das wollen wir durch improvisierte Rollenspiele in der Stadt erreichen, wobei ein Teil der Gruppe eine bestimmte Geste oder Haltung einnimmt: Probleme wie Diskriminierung, Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit und Ablehnung sollen thematisiert und die Reaktionen der Passanten geprüft werden.
Und um unsere Mitmenschen intensiv zum Nachdenken anzuregen und sie zu einem Dialog zu bewegen, müssen wir sie danach mit den Erlebnissen unserer Aktion konfrontieren. Dazu muss man die Szenen mit Film- oder Fotokamera aufnehmen.
Am Ende sollte auf jeden Fall ein kultiges Projekt stehen, das Menschen vereint und Brücken baut!
(Fatima El Sayed)





